Treibsand.....Freifall

Natürlich besteht jeder Weg aus einem Anfang und einem Ziel und ganz viel, oder ganz wenig dazwischen. Das Dazwischen sind Schritte, die zu zählen meist die Mühe nicht lohnen. Denn sie sind nicht überschaubar, variieren in ihrer Größe, ihrer Richtung und manchmal auch in ihrem Sein. Sollen es denn wirklich Schritt sein, wenn ich auf der Stelle trete?

Viele Dinge geistern mir in letzter Zeit durch den Kopf. Viele Fragen, die ich mir stelle, oder besser, die sich mir ungefragt stellen. Und ich weiß keine Antworten. Ich zucke bloß mit den Schultern und kann: "Keine Ahnung" sagen. Das ist keine neue, oder gar unbekannte Situation für mich. Denn ehrlich gesagt weiß ich oft nicht die Antworten auf Fragen in meinem Kopf, allerdings kam nach dem "ich weiß es nicht" immer noch "aber wen störts?" hinterher.

Nur leider gelingt mir dieser Trick nicht mehr. Ich stagniere in meinen Schritten, sie werden kleiner, mühsamer, oft versinken meine Füße im Boden, lassen mich nicht weiter. Wenn ich doch nur aus vollem Lauf vor eine Wand rennen könnte, doch ich erreiche die verdammte Wand einfach nicht, ich erreiche gar nichts, ich stehe hier nur blöd rum und schaffe es nichtmal auf die Nase zu fallen.

Und ich sehe dich. Ich sehe, wie du an mir vorbeigehst, mich noch, kaum merklich, am Arm streifst. Ich versuche dich festzuhalten, zu greifen... aber keine Chance, denn du bist für mich nicht greifbar. Was kann ich nun tun? Ich weiß es nicht.... Ich weiß es nicht und es stört mich.

Wie oft habe ich hier schon gestanden und wollte aufhören? Wie oft habe ich mir gesagt, dass ein Weg auch mal zuende ist? Im Forum hat mir gerade die letzten Tage eine Freundin geschrieben (danke nochmal für deine Worte, ich bin derzeit einfach kurz angebunden, weil mir Schlafentzug und Gedankenüberfüllung den Kopf vernebeln) und meinte: "Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende....".

Was ist aber, wenn ich das Ende nie erreiche? Was ist, wenn ich unvollendet bleibe? Ich habe mit dir darüber geredet und du siehst mich, wie immer, mit deinen großen Augen an und meinst: "bleib mal locker, es ist alles in Ordnung".... Da bleibt mir nur diese eine Frage:

Wenn alles in Ordnung ist, wieso merke ich das dann nicht? Wenn alles so verdammt in Ordnung ist, warum kann ich es denn selbst nicht mal sabotieren? Ok, das waren jetzt zwei Fragen.

Die Wahrheit ist, dass ich das alles schon so lange tue und merke, wann ich auf dem Hacken umkehren muss. Ich merke, wenn der Boden keine Schritte mehr zulässt. Und dies ist der Punkt, an dem wir nun stehen. Und ich bin sehr gespannt, ob du auch umkehren wirst, oder einfach durchmaschierst. Die Zeit wird es zeigen.Was kommt, kann keiner sagen und was war, kann niemand nehmen. Und darin sind wir stark. Darin sind wir, wer wir sind...... schön, dich gefunden zu haben.
Wege und Trampelpfade...

Viele Wege gehen wir, unbewusst. Wir sind uns nicht dessen bewusst, was wir tun, wohin wir gehen, was links und rechts des Weges liegt und manchmal sogar, nehmen wir nicht wahr, woher wir kommen. Das klingt befremdlich und tragisch zugleich. Ist es auch!

Da gehen wir jeden Tag schweren Herzens und schweren Schrittes in eine ungewisse Zukunft, immer noch diese Hoffnung im Hinterkopf, das zu finden, was wir wirklich suchen, was wir denken, in unserem Leben so dingend zu brauchen, wie die Luft zum atmen. Und das ist es auch! Lebensnotwendig. Wir haben dieses eine Leben, welches wir unbedingt mit Inhalt, mit Sinn und mit „Leben“ füllen müssen. Was bringt uns ein kurzes, eintöniges Dasein, voller Verzicht und Selbstgeißelung? Nichts! Also nehmen wir…. Und ich nehme, ich erlebe, ich fühle. Ich erlebe das Leben in allen Farben, die es so gibt.

Aber da ist dieser Punkt, der mir so nicht bewusst war. Es ist wie aus vollem Lauf ungebremst vor die Wand zu laufen. Voller „Euphorie“ renne ich durch die Erlebniswelten, ohne mir darüber im Klaren zu sein, dass da plötzlich eine Mauer steht… Ich weiß nicht, wo ich hin laufe.

Das hauptsächliche Problem, bei einer Spielbeziehung ist, dass es eben nur diese ist: Die Spielbeziehung. Und wenn sie eine heimliche Beziehung ist, dann weiß davon auch keiner…. Nicht mal die Arbeitskollegen, die doch eigentlich ein Anrecht darauf hätten, zu erfahren, wer mit wem …

Klar kann ich drüber stehen und mir meinen Teil denken, wenn Menschen mir gegenüber Bemerkungen machen, über die „geile“ Kollegin - meine #Gespielin (ich mag den Ausdruck übrigens nicht)- und was sie gerne mal mit ihr anstellen wollen. Aber teilweise erreicht die Niveaulosigkeit ungeahnte Höhen, die ich mir einfach nicht geben will.

Wir sind locker. Das ist unser Wort: Locker. Denn locker ist gut. Wir schulden uns nichts, aber geben uns alles. Mehr erleben, mehr spüren, nur noch fühlen. Bunt, intensiv und von unstillbarem Verlangen getrieben. Aber dennoch mit diesem gewissen Abstand. Oder etwa nicht?

Diese Bewährungsproben haben uns fast entzweit. Ich muss zugeben, es HAT mich berührt, als du mir sagtest, dass du im Grunde alleine dastehst. Allein, ohne mich… denn ich bin nicht da, wenn du abends nach Hause kommst, wenn du morgens aufstehst, wenn du eine Hand benötigst, die mit anpackt, oder wenn du einfach mal nicht alleine sein willst/kannst… Und da fließen sie zusammen, diese Grenzen, die doch eigentlich nicht für uns gelten.

Ich fühle mich wohl bei ihr. Sehr wohl. Es sind Momente, die magisch sind. Kennt ihr dieses Gefühl, dass einfach alles richtig ist, wenn man zusammen ist? Die ganze Welt dreht sich weit weg von uns einfach weiter, aber ohne uns. Denn wir sind nicht da, für niemanden zu sprechen…

Ich spüre dieses tiefe Vertrauen, aber leider auch die immer mehr diese Unruhe. Ja, ankommen wollen wir beide im Leben. Vielleicht sind wir das schon. Vielleicht sind wir genau dort, wo wir sein sollten. Oder nicht? Vielleicht ist es morgen vorbei. Vielleicht war es schon das Ende, der „Abschied“ als wir uns das letzte Mal gesehen haben. Ich weiß es nicht. Aber wenn es vorbei wäre, dann habe ich erlebt, was „leben“ wirklich heißt. Ich habe gespürt, wie sehr Grenzen doch egal sind, wenn es nur noch zwei Menschen im gesamten Universum gibt. Und diese Erinnerungen behalte ich, auf ewig. Denn ohne sie kann ich nicht mehr sein.

…. Wir sollten wirklich mal dieses „Zimmer“ anmieten… wenn wir nur gleichzeitig Urlaub bekämen ….

Unholy
Lebendig

Nicht oft erlebe ich, dass mir derart die Worte fehlen. Und noch weniger kenne ich diese Unfähigkeit, einzuschätzen, ob das gut, oder schlecht ist. Aber da ich es gewohnt bin, jeder Neuerung ungedeckt entgegenzuspringen, nutze ich dieses Gefühl, diesen Jungbrunnen an Adrenalin einfach dafür, mich zu erfreuen, komme da, was wolle.

Nun denn, es ist eine Wir-haben-uns-gefunden-Geschichte, wie aus einem viel zu überzogenen und viel zu kitschigen Groschenroman..... ähm nein, hallo? Das ist ja so garnicht mein Thema.

Aber wir haben uns gefunden, so viel steht schon mal fest. Aber was bedeutet eigentlich WIR? Sind WIR nun ein #Paar, eine sich treu ergebene Gemeinschaft, die blind auf den anderen vertraut und niemals den Weg verlässt? Ach Quark, nein und niemals. Es ist gerade diese Freiheit, dieses Gefühl von "niemandem was schulden", was uns verbindet. Ja, sie ist einfach wundervoll, wie sie stumpf das voraussetzt, was ich eigentlich immer als oberstes Ziel angesehen habe, nämlich dass wir uns selbst keine Grenzen aufzwingen sollten und dieses eine Leben, das wir haben, so bunt und farbenfroh gestalten können, wie wir wollen.

Und dennoch ist es schön, gerade mit ihr dies alles zu teilen. Es ist definitiv die Person, die etwas in mir weckt. Etwas, dessen Umfang, dessen Ausprägung ich so noch nie zuvor spüren konnte. Ein Blick, ein Wort, mein Puls rast, schickt mir schwere Schläge in meine #Brust, nimmt mir jegliches Hungergefühlt für Tage.

Und wie es anfing, war gerade zu unwirklich. Eine Arbeitskollegin, etwas, was ich niemals machen würde. Dinge, die nur in meinem Kopf stattfinden können, bei denen mich die innere Stimme immer ermahnt, realistisch oder vielleicht sogar vernünftig zu sein.

Im Nachgang können wir beide nicht mehr sagen, wer welche Signale gesendet hat. Ich weiß nur noch, dass wir ein Spiel spielten miteinander, was uns in Windeseile komplett aus den Fingern geraten ist. Da stand sie plötzlich - mitten während der Arbeitszeit - mit dem #Slip unter den Knien, hinter dem Sideboard, zitternd, während.... Naja, hier ist FSK 16, also denkt es euch.

Keine Ahnung, wo die Reise hingeht. Aber wenn es morgen vorbei ist, so haben wir doch gelebt. Und niemand kann das nehmen. Denn jeder kleine Augenblick mit dir, ist die Erfüllung einer tiefen Sehnsucht, das Ende einer langen Reise und das Stillen eines schier unstillbaren Dursts.

Unholy +1
Schamlos im Keller

Tag ein Tag aus trotte ich vor mich hin, mit dem festen Entschluss, etwas zu tun, etwas zu sein. Und wenn ich mich entschließe, etwas zu tun, dann bin ich doch nicht träge, denn ich bewege etwas, nämlich mich.... Nein. Nein, ich bewege garnichts. Ich sage mir lediglich, dass ich etwas mache, denn das beruhigt mich....

...Aber das geht nicht mehr. Ich sehe jeden Tag wie im Zeitraffer an mir vorbeiziehen, wie ein langer, tonnenschwerer Güterzug, der meinen unscheinbaren Bahnsteig passiert. Und ich schaue und warte, ich kämpfe mit mir, hadere, ob ich vielleicht doch aufspringen soll. Aber was ist, wenn der Zug nicht weit fährt, oder wenn es mir dort nicht gefällt, wo er hinfährt. Womöglich reißt er mich auch in Stücke, wenn ich es wage, aufzuspringen, weil er viel zu schnell ist....

Vermutlich ist mein Bahnsteig auch sehr viel angenehmer. Ich warte hier lieber auf meinen Zug, der mich, wie jeden Tag, nach Hause fährt.Wißt ihr, es ist schon sehr viel geschehen. Viel ist auf der Strecke geblieben. Nicht erst, seit ich mich hier in diesem Forum angemeldet habe (also das erste mal, bevor ich mich habe löschen lassen). Es hatte alles mal ein Ziel. Aber ich war schon etwas verblendet, zu denken, dass eben jenes Ziel ein höheres wäre. Im Grunde geht es um Abgründe. Nichts Löbliches. Nur der blanke Trieb, der immer und immer wieder einen Weg findet, in meine Gedanken zu schleichen.

Gerade in diesen Tagen fühlen sich meine Füße wie Blei an. Ich habe nicht recht Kraft, weiterzugehen, als würde keine Last an jedem meiner Schritte zerren. Vieles aus vergangener Zeit erwieß sich als doch nicht so vergangen, wie ich es annahm. Dazu kamen aber auch noch viele neue Aspekte. Und wenn ich es so ausdrücke, dann meine ich immer: Menschen.

Es ist leider so: Ich kann sehr wohl eine gewisse Sache unterdrücken. Die Sache an sich, ja. Aber verdammt, es sind Menschen, die es mir schwer machen, die mich immer wieder an Dinge erinnern, die mal waren, oder hätten sein können. Ja wirklich, am schwersten zerren die Dinge an mir, die hätten sein können, oder die immer noch sein könnten, wenn ich nur den Mut, nein, den Antrieb fände, die Augen zu schließen, loszulaufen und..... ja, einfach springen und hoffen, dass ich den Zug erwische.

Und für einen Moment, gerade eben, da war ich endlich frei, ich habe endlich etwas - nämlich mich - bewegt, ich habe es getan, ich war nicht untätig. Aber nein, wie ein Schlag trifft es mich vor meine #Brust, drückt mich zurück in meinen Stuhl.... es war wieder nur ein Gedanke, ein Vorhaben, etwas zu tun.

Und wieder erkenne ich, dass es nicht geschieht und nicht geschehen wird. Denn ich stehe wieder hier, wo ich immer stand und warte..... warum auch nicht? Zu Hause ist es eh am schönsten....



Unholy
Der platonische Blowjob

Ist es nicht verrückt, dass #Mann und #Frau offensichtlich das Maß an zugedachter Vertrautheit genau gegensätzlich zu bewerten scheinen? Wo es von Seiten der #Damen offensichtlich einen gwissen (und von Fall zu Fall unterschiedlich langen) Countdown gibt, ab wann #Mann die Mauer zur "Friedzone" durchschlägt, scheint es bei uns Männern doch tatsächlich ein ganz besonderer Reiz zu sein, gewisse Grenzen zu überschreiten, wenn man betreffende Dame etwas sehr viel mehr länger kennt. Zumindest ist es in meinen Augen sehr spannend....

Und wenn ich so diese Dinge überlege, was ich eigentlich gerne will, mag, verlange, dann frage ich mich unweigerlich, ob das nicht genau einher geht, mit dem Verlangen, eben die Grenzen der "normalen", oder besser gesagt, dieser öden Welt zu sprengen.Ist da vielleicht ein kleiner, mieser Drecksack in mir verborgen, der von jetzt auf gleich sich einfach nehmen will, was er gerade meint, zu brauchen? Noch schlimmer, sich einfach nimmt, egal ob er "braucht" oder nicht?! Nein, dem ist nicht so. Der Drecksack ist definitiv nicht verborgen. Er ist offenkundig da.... Wozu auch verstecken, was man ist?


Schon merkwürdig: Wenn man seine Gelüste erforscht, dann findet man also heraus, wer man wirklich ist. Wer hätte das gedacht? Wer es nicht nachvollziehen kann, dass es einfach nur scharf ist, vom einen auf den anderen Moment, der langjährigen (vielleicht sogar besten ) Freundin, oder der Arbeitskollegin die Kleider runterzureißen und sie in Bondagetape zu wickeln, der hat entweder eine enorme Selbstbeherrschung, oder keine Leidenschaft..... Naja, vielleicht bin ich aber auch nicht normal... Lange, sehr lange habe ich das nicht mehr zu mir gesagt.

Es ist so, dass auch ich eine beste Freundin habe. Oh schreck, möchte man meinen. Und ich denke, nein, ich bin vielmehr davon überzeugt, dass eben Grenzen etwas Dämliches sind. Wie kann ich frei sein, wenn ich mir selber nicht gestatte, zu tun was ich will. Es ist schon ziemlich kniffelig, eine geeignete Balance zu finden. Aber definitiv geht das Leben viel zu oft auf viel zu engen Wegen. Und die will ich nicht beschreiten. Ich muss frei sein. Frei sein in dem, was ich bin und dem was ich tue..... denke ich.... während ich mich innerlich langsam wieder dem Alltag widme...... Aber morgen, dann ganz bestimmt....

Unholy
Wenn ich es mir doch nur aussuchen könnte....

Und wieder ist alles grau in grau. Ist es nicht komisch, wie sehr etwas zu Hintergrundrauschen verkommen kann, was doch eigentlich von so viel Leidenschaft getragen wird, wenn es uns erfüllt, mit all seiner Gier, mit diesem unruhigen Hämmern, in unserem Kopf.

Ich gehe ganz ernüchtert durch diese Tage, nehme mich wahr, wie ich mit mir selber im Einklang bin. Doch es ist nicht so, dass ich in aller Tiefe erfüllt bin. Es ist keineswegs ein Gefühl in mir, dass alles seinen Platz gefunden hat. Vielmehr weiß ich einfach nur, dass nichts fehlt, was ich unendlich schmerzhaft vermissen würde. Nichts ist abhanden gekommen, was mir nachts den Schlaf raubt und mich aufwühlt. Es ist nur nicht alles 100%ig perfekt.

Das ist schon okay. Ich kann das so hinnehmen. Ich kann damit leben, nichts leichter als das.... ...und dann sind da diese Tage. Tage an denen ich mich erinnere, ohne dass ich dieses bewußt will. Mal ist der Auslöser klein aber durchdringend. Vielleicht etwas, was ich lese, vielleicht etwas, was mir jemand sagt. Manchmal reicht auch nur ein Blick, der mich trifft. Aber es ist jedes Mal so, wie ein Hammerschlag, der meine #Brust trifft. Es nimmt mir für einen Moment den Atem, meine Hände müssen irgendwas greifen, wollen nicht nutzlos in der Leere verharren. Unter der Haut brennt es, rennt mit tausend feinen #Nadeln den Nacken hinunter...... ich möchte meinen, ein Mediziner hätte seine helle Freude an mir. Gerade, wenn es einer für das Oberstübchen ist.

Es ist dieses Gefühl, dass ich verpasse, was sich mir bieten kann, könnte, sollte... hätte können? Ach, ich weiß es nicht mal, wie es sich damit verhält. Es ist nur eine intervallmäßig auftretende Unruhe...

Ich bin sehr stolz darauf, wie #konsequent ich doch geworden bin. Und das meine ich wirklich so. Ich halte mir Menschen und Dinge vom Hals, die mich nicht voll und ganz überzeugen.... Leider bringt es mich aber auch um sehr viele Erfahrungen, die ich alle hätte machen können. Wenn du allem gegenüber, was da kommen könnte, offen bist, erlebst du zwangläufig einfach mehr Dinge. Diese müssen nicht unbedingt alle immer positiv sein. Aber durchweg bleibt das Leben spannend.... ja, spannend eben....und nicht grau.

Und ist es nicht das? Das Risiko? Einfach alles vergessen können? Loslassen, sich treiben lassen. Nur auf den Bauch hören, leben. Der Moment, das Jetzt, was wichtiger wird, als das weit entfernte Morgen. Keine gerade Linie, nicht vorhersehbar, sondern hier und jetzt den Weg verlassen. In einem Wimpernschlag das Leben 2.0 starten und dafür da sein, zu fühlen und zu erleben. So sehr will ich raus. So sehr will ich nicht vorhersehbar sein....

... und wie ich diesen Gedanken zuende fasse, setze ich mich wieder in meinen grauen Sessel und ziehe meine graue Jacke zu, denn es ist kalt und grau dort draussen....

Unholy
Von halbherzigen Versprechungen

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es noch kann. Aber ich bin mir äußerst sicher, dass es viel mehr egal ist, als früher. Und so lustig es auch wäre, oder tragisch, das liegt an der Betrachtungsweise: Nein, es geht nicht um das Kernthema, nicht um Lust, nicht um "spielen", nicht um #Dominanz und Sinnlichkeit des Ausgeliefertseins. Es geht "nur" ums Schreiben. Es geht nur darum, in Worte zu fassen, was mich bewegt, was mich antreibt.

Jetzt könnte man meinen, dass es miteinander verbunden ist, dass ich weniger Lust verspüre, mich auszuleben und daher immer weniger die Worte dafür finde, zu beschreiben, was diese Gier nach Erfüllung mit mir anstellt. Aber auch das ist es nicht.

Es sitzt deutlich tiefer. Und ich kämpfe jetzt bereits dagegen an, die Lust daran zu verlieren, diesem tief in mir verwurzelten Gefühlt die Worte zu geben, die es erfassen, beschreiben und vielleicht deuten....

Es ist doch so, dass ich mir ausmale, was genau eine erfüllte, vertrauensvolle Beziehung zueinander ist. Und wie ich so versuche, diese Auffassung des Vollkommenen (was es definitiv nicht gibt) zu leben, merke ich mehr und mehr, dass es das nicht wert ist. Es ist es nicht wert danach zu "suchen", oder darauf zu warten.Denn wenn wir ehrlich sind, hat man sowieso keinen Einfluss darauf, was einem im Leben begegnet, oder besser, wer.

Was mich immer besonders gepackt hat, war die Faszination, Macht auszuüben, zu konditionieren, abzurichten... Den Spannungsbogen vor der ersten Berührung ins Endlose zu ziehen, mit der Furcht und der Gier zu spielen, grenzenlos und #tabulos... Den Kopf ausschalten und fühlen lassen, aber auch nehmen, wann und wo ich will. Auf einen Fingerzeig hin den Alltag beenden, unterbrechen, vom einen auf den anderen Moment. Ist es nicht auch das, was es überhaupt erst lebenswert macht? Dass das Leben, wie wir es kennen, durch einen Blick, ein einziges Wort vielleicht, eine Pause machen muss, weil etwas anderes nun wichtig ist, weil ein Verlangen gestillt werden muss?

Und je mehr ich darüber nachdenke, was mich so sehr greift, mit sich reißt, mich verschlingt, erschüttert es mich umso mehr in meinen Grundfesten, denn ich merke, ich lebe es nicht, ich träume es nur. Das ist es, wo meine Gelassenheit herkommt: Ich habe erkannt, dass ich zwei Möglichkeiten habe, damit umzugehen. Und da krampfhaftes Suchen so gar nicht meine Art ist, habe ich mich dazu entschieden, dass ich mich nicht den halbherzigen Dingen hingebe. Denn sie bringen mich eh nicht weg von hier. Da lasse ich sie lieber ziehen und bleibe tiefenentspannt. Und schon wird die Stimme leise und leiser.... So soll es auch sein.


Unholy