Direkt-Aufruf :
Ich mochte, was ich war, bevor ich wurde, was ich bin....

Wie ich hier nun so entspannt am Rechner sitze, frage ich mich, wie eine Vorstellung, also eine gelungene Vorstellung aussieht. Ist es vielleicht Zufall, dass man bei einem Theaterstück auch von einer Vorstellung redet? Geht es vielleicht darum, seine Fassade zu präsentieren? Oder geht es vielmehr darum, dass man seine Vorstellung von sich selber kund tut? Dass man die Vorstellungen, die man von sich selber hat, einem breiteren Kreise darlegt, sodass jene diese als erhabene Wirklichkeit verifizieren?

Wenn wir über uns reden, dann passiert viel in uns. Manch einer gerät ins Schwärmen, selbstsicher und mit schlafwandlerischer Sicherheit reiht er die Punkte auf, die ihn einzigartig machen, denkt er. Andere hingegen werden sich in dem Moment der Selbstreflektion nicht nur ihrer Sterblichkeit bewusst, sondern auch dessen, dass sie voller Fehler und Unzulänglichkeiten sind.

Bewundern tun wir die, die klar und unmisverständlich sagen, was sie wollen. Sie reden sehr viel über tatsächliche Vorstellungen, ohne dass sie sich vorstellen, nein, sie bestellen, sie ordern, was sie hier und jetzt gerne konsumieren wollen.Das Ganze gibt es auch negiert. So mag manch einer explizit darlegen, was er alles nicht will. Weiß denn einer, der weiß, was er nicht will, folglich auch, was er will? Und wenn ja, warum sagt er das nicht?

Was ist eine gute Vorstellung? Also was ist eine gute Zusammenfassung einer Person, welche von dem Betreffenen selbst verfasst wird? Ist ein Qualitätsmerkmal, dass es keine Fragen offen lässt, dass ein allumfassendes Persönlichkeitsprofil entsteht? Oder ist eine gute Vorstellung vielleicht eine, welche neugierig macht, durch das, was man nicht erfährt? Beißende Fragen, was der Andere im Dunkeln lässt, was das Geheimnis ist, welches ihn umgibt....

Die Wahrheit ist, ich kann nicht wissen, was ich will, denn ich weiß nicht, was du in mir weckst. Ich kann nicht wissen, was mich ausmacht, weil ich nicht weiß, was dir an mir liegt. Also warum sollte ich mich vorstellen, wenn ich selber doch nicht weiß, wie du mich sehen wirst?

Verrückte Welt, oder?

Der Unheilige
5 Kommentare & Antworten
Unholy_1: Sei gegrüßt SubsTanze

So eine schwierige Frage gleich vorweg? Ob ich es wirklich bin? Woher, zum Geier, soll ich das denn wissen??Allerdings dachte ich, mein Schreibstil könnte mich vielleicht verraten... Also im Prinzip und quasi bin ich es.

Ich hatte mir diesmal überlegt, dass ich das alles hier ohne attraktive Fotos regele... Ich wüßte jetzt auch nicht,wo ich die runterladen sollte....

Also danke, für das Willkommenskörbchen... Fühlt sich schon wieder richtig heimisch an

Es fühlt sich gegrüßtDer unheimliche Unheilige
Faika: Willkommen zurück, Unholy!

Den zuweilen bestehenden Unterschied zwischen Selbst- und Außenwahrnehmung wirst Du nicht ändern (können oder wollen), ist in Hinsicht auf bestehende Individualität aus meiner Sicht nicht mal unbedingt wünschenswert. Wäre dann wohl alles etwas langweiliger, so bleibt es immer spannend.

Ich glaub, Deine Melancholie scheint mir in Deinem Post etwas weniger herauszulesen zu sein.Hast Du die verschenkt?

Schön, dass Du wieder hier bist!

LG von Faika
Unholy_1: Ich glaub, Deine Melancholie scheint mir in Deinem Post etwas weniger herauszulesen zu sein.Hast Du die verschenkt?

LG von FaikaDie Melancholie war doch nur gefaked und eiskalte Berechnung Da ich jetzt alles anders machen will, kann ich mich ja schlecht selbst kopieren. Ich hätte mich auch besser mal Unholy V2.1 nennen sollen.

Schön, wieder hier zu sein
Faika: Wenn es weiter nichts ist, die Namensänderung kriegt Karin hin.
Unholy_1: Wenn es weiter nichts ist, die Namensänderung kriegt Karin hin.
Lieber nicht, sonst scheitert meine Selbstfindung schon am Namen